Er
hätte auch einen anständigen Beruf lernen können wie seine
Mutter. Doch als ein große Architekturunternehmen Anfang der 90er im
Zuge einer Umstrukturierung u.a. auch Jason Chue entließ, schlug er
den Weg seines Vaters ein: Musik.
Bis
1990 war Jason "Katt" Chue alias "Wookie" nicht sonderlich
an Musik interessiert. Sein Vater hatte zwar seinen Job als Chefkoch aufgegeben,
um Reggae zu produzieren, aber er selbst war nicht sonderlich motiviert, in
das Business einzusteigen, auch wenn er die Sounds mochte. "Bis 1990
habe ich nichts anderes als Reggae gehört. Wenn Menschen erfahren, dass
mir heute ein Teil von Soul II Soul-Records gehört, erzählen sie
mir immer, wie wichtig das erste Album dieser Crew für ihr Leben war.
Ich muss dann immer mit den Schultern zucken ich habe es damals nicht
gekauft", sagt der 28jhrige heute.
Richtig
angefangen hat es erst mit der Arbeitslosigkeit. "Als ich soviel Zeit
hatte, habe ich auf meinem Keyboard geübt und eigene Songs geschrieben."
Damit ging er immer ins "Music House" um die Kompositionen auf DAT
zu überspielen. Dort traf er den Sänger Wayne Marshall. "Der
wollte der englische R.Kelly werden und ich habe schließlich acht der
zwölf Songs seines Debutalbums produziert", sagt Jason nicht ohne
Reue. Denn Geld hat er dafür nicht gesehen.
Einen
guten Monat später trifft er den Kopf von Soul II Soul beim Friseur:
"Der war gleichzeitig mein Vermieter früher mal Stylist von Jazzie
B". Drei Monate später unterschreibt "Katt" einen Vertrag.
Auf dem vierten Soul II Soul Album "Believe" ist zunächst nur
ein bißchen Nachbearbeitung möglich. Aber auf dem Nachfolger "Time
For A Change" sorgt er für die besten Tracks: "Camdino Soul"
und "Limit Is The Sky". "Diese Songs waren am Anfang und Ende
des Albums jetzt gibt es das Dazwischen", grinst Wookie.
Bevor
er als Wookie selbst in Erscheinung trat, tat er seinem Schulfreund und DJ
Johnny Jay noch einen Gefallen: Jason remixte Whitney Houstons "Its
not right, but its OK", damit Johnny etwas Originelles spielen
konnte. Veröffentlicht als "X-Men" schlug diese Version die
anderen illegalen (und legalen) Remixe.
Die
großen Firmen wurden aufmerksam: "Irgendwann wurden uns Unsummen
geboten. Das ging mir zu schnell und vorallem: Ich hatte alles allein gemacht
und brauchte keinen Partner also war das eigentlich keine Option."
So wurde aus den X-Men "Wookie" - benannt nach der Star-Wars-Figur.
Parallel werden allerdings Remixe auch weiterhin gern unter dem Namen "Exeman"
veröffentlicht. Mit den Arbeiten, die heute unter "10 Below Zero
vs. X-Men" veröffentlicht werden (z.B. True Steppers) hat er nichts
zu tun - liebe Spex!!
Seinen
eigene Sound kann Jason nur schwer erklären: "Natürlich ist
von jedem Musikstil, den ich mag etwas dabei und der Gospel-Einschlag kommt
von Sänger Lian. Aber woher der Latin-Einfluss kommt, kann ich nicht
erklären." Vielleicht liegt es daran, dass Reggae seit jeher ständig
andere E
inflüsse
miteinbezog und aufbereitete und dass "Katt" so "aus zweiter
Hand" musikalisch geprägt wurde.
Jenseits
der Schubladen unterscheidet ihn auch die Herangehensweise. Er ist gelangweilt
von der heutigen Musik, die nur auf Schleifen basiert: Acht Takte werden
kaum variiert - endlos wiederholt. "Ich nehme längere und komplexere
musikalische über 16 oder 12 Takte und dann erst den Chorus" und
auch bei den Texten schätzt er Traditionelles: "Curtis (Mayfield)
oder Stevie (Wonder) schrieben über Situationen. Das macht heute keiner
mehr es geht jetzt immer nur um Liebe und deine Freundin. Das ist nicht
jedermanns Tasse Tee."
Nach
einigen eigenen Songs als "White Label"-Veröffentlichungen
und der UK-Top Ten-Single "Battle", erscheint jetzt endlich das
Debüt-Album und setzt neue Maßstäbe für 2-Step.
Apropos:
Er hat weitaus weniger Probleme mit diesem Begriff als andere neue Stars.
"Ich entwickle meinen
Stil, der auch weiterhin auf Reggae basiert - die UK Garage-Szeme war halt
die erste, die meinen Sound angenommen hat." Wie seine Musik bezeichnet
wird, ist ihm egal: "Es muss sich bewegen darum geht es mir
es muss sich bewegen."
© 10/2000
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