Wookie-Review

 

Wookie-Album (Soul 2 Soul Recordings/PIAS)

"MJ Cole, Artful Dodger und ich machen 2-Step, der nicht nur die Kids ansprechen will", sagt Jason Chue alias "Wookie". Damit ist den Rahmen bereits abgesteckt. Wer also weitere Remixe bekannter Songs von amerikanischen R&B-Divas erwartet, wird enttäuscht. Denn Jason liefert andere Kost. Verstärkung hat er sich durch den Sänger Lian geholt, der zur Londoner Gospel-Gruppe Nu Colours gehört. Dieser Einfluß ist bei den Vokaltracks deutlich zu hören — die etwa die Hälfte des Albums ausmachen. Allerdings ist damit Gospel im Sinne vom Stevie Wonder der frühen Siebziger gemeint; spirituell, kämpferisch und verhalten optimistisch — wie schon auf der Single: "Battle".

Doch erst bei den Instrumentalsongs erkennt man die filigrane Arbeitsweise. Er beschränkt sich nicht auf kurze Loops oder Themen, die dann einfach durchlaufen. Wookie schreibt noch richtige Refrains und Bridges. Dabei hält er seinen Sound sehr "flach": Hier wird kein Hall genutzt und sich lieber auf einige wenige Frequenzbereiche konzentriert. Statt schwerem Bombast, entsteht so ein leichtfüssiger, energiegeladener und treibender Rhythmus — und das ist ihm wichtig.

Der Name ist ursprünglich aus der lautmalerischen Variation seines Nachnahmens entstanden. Jetzt steht er natürlich auch in Anlehnung an den einzigen Star Wars-Krieger, der keinen Orden bekommen hat. Aber darüber ist dieser Wookie längst erhaben.

© 10/2000

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