20 Jahre Invictus Records
oder: Das Leben nach Motown
Auch wenn jetzt Puristen angestrengt
das Gesicht verziehen: Der Prototyp Soul hat seine Wurzeln beim bekannten
Label in der Motor City. Dort, wo Hits so produziert wurden wie Autos - am
Fließband. Dass die Ergebnisse bei Motown trotzdem überzeugten,
lag vorallem an der Backing Band und den Songschreibern. Und das waren in
den ersten wichtigen Jahren hauptsächlich Smokey Robinson und das Trio
Eddie Holland, Lamont Dozier, und Brian Holland.
Nach
einer endlosen Reihe von Top Ten-Erfolgen, war es kein Wunder, dass sich die
drei Mitte der 60er unterbezahlt fühlten. Nach langem Prozeß mit
Berry Gordy gründeten sie dann ihre eigene Firma: Invictus - später
kamen noch Hot Wax und Music Merchant hinzu. Und zu Anfang schien es, als
ob sie einfach dort weitermachten, wo sie mit den Supremes aufgehört
haben: Honey Cone und Freda Payne sorgten wieder für Hits - geschrieben
von Holland/Dozier/Holland.
Allerdings
stehen diese Namen nicht immer auf den Platten - aus rechtlichen Gründen.
Einige Gerichtsentscheidungen standen noch aus, und bis dahin durften Sie
nicht unter eigenem Namen veröffentlichen. Doch am Sound konnte man die
Urheber gleich erkennen. "Band of Gold" von Freda Payne oder "Want Ads"
mit dem Trio Honey Cone besaßen Melodien wie die Hits für die Supremes,
Vandellas und Four Tops.
Auch
die Auswahl der Interpreten und die Arrangements orientierten sich stark an
Motown, wie man jetzt auf den Wiederveröffentlichungen des Sequel-Label
nachvollziehen kann. Die britische Firma veröffentlicht jetzt - 30 Jahre
nach Gründung von Invictus - die wichtigsten Alben auf CD, sowie zwei
Longplayer auf Vinyl.
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